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Reisebericht über Arizona,
genauer gesagt über die Williams Family Ranch:
Es sollte immer mein Traumurlaub werden. Davon habe ich geträumt. Seit Jahren bin ich dran und möchte auf einer Ranch im "Wilden Westen" Urlaub machen und das Leben kennen lernen, wie die Cowboys es führen. Ich fand eine Working-Ranch in Arizona mit Familienanschluss und wir buchten.
Anfang September ging es los. Wir flogen nach Phoenix, wurden mit dem Shuttle nach Wickenburg gebracht, wo wir eine Nacht verbrachten, da man im Dunkeln nicht zur Ranch fahren kann.
Am nächsten Mittag holte Carrol, die Besitzerin der Ranch (66 Jahre), uns ab und wir fuhren zuerst in einen großen Store und Lothar konnte sich noch Boots kaufen. Wir hatten eine Liste mit Dingen zugeschickt bekommen, die wir auf jeden Fall dabei haben sollten. Nun war diese Liste komplett und auf ging´s zur Ranch.
Die Fahrt dauerte ca. eine bis 1,5 Stunden und es ging einen alten Minen- bzw. Postkutschen - Weg entlang.
Dementsprechend war es holperig, aber auch schon ein Erlebnis wert.
Dann kamen wir auf der Ranch an und der erste Eindruck machte uns schon sprachlos: Die Ranch liegt in einem Tal, umgeben von Bergen so weit das Auge reicht!
Wir packten erst mal aus, zogen uns um und um 18 Uhr wurden die Tiere gefüttert. Unten im Corral stehen der Deckhengst Bob, der alte Deckhengst Mickey, der sein Gnadenbrot bekommt, der Bulle und drei kleine Kälbchen, dazu kommen noch an die 25 Pferde die tagsüber frei herumlaufen und zum Füttern abends an den Corral kommen. Danach werden auch sie in einem großen Corral eingeschlossen.
Dann gab es Abendessen: Steaks vom Grill. Hmmm, lecker. Der Besitzer der Ranch heißt Roy und ist 76 Jahre alt. Er möchte aber einfach nur Grandpa genannt werden.
Am nächsten Morgen wurden um 7 Uhr die Tiere gefüttert, die Reitpferde direkt separat mitgenommen und dann gab es Frühstück für die Menschen. Danach runter an die Corrals, Pferde putzen, satteln etc. und gegen 10 Uhr waren wir unterwegs.
Wir bekamen Chaps, damit uns die Kakteen nichts anhaben können und schon nach 10 Minuten waren wir dankbar dafür.
Grandpa ritt voran und wir hinterher. Wir ritten die Berge hoch und runter, durch Büsche, Dornen etc., immer auf der Suche nach Kühen, defekten Zäunen usw.
Wir hatten an unserem ersten Tag schon ein riesiges Glück: Wir fanden Kühe! Die Hunde schlugen schon an, lange bevor wir die Kühe sahen. Wir trieben sie zurück auf das Nachbargrundstück, da sie nicht die Eigenen waren und dann zurück die Stelle suchen, wo sie durch sind. Die Stelle war ein defekter Zaun mitten im Fluss, gut dass dieser nicht viel Wasser hat zurzeit.
Der Zaun wurde repariert, alles was man braucht, hat man in den Satteltaschen dabei. Es dauerte ca. eine Stunde und dann ging es ab zurück auf die Ranch. Dort gab es Essen von Carrol nachdem die Pferde versorgt waren und es war wieder super lecker.
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Jeder Tag verlief so von morgens 7 Uhr an bis abends, wenn es gegen 18 Uhr Essen gab, nachdem die Tiere versorgt worden waren. Einen Tag waren wir 20 km unterwegs, klingt nicht viel, aber bei diesem Gelände brauchten wir dafür den ganzen Tag. Wir nahmen ein Picknick mit und picknickten am River unter einem Baum, sattelten die Pferde ab und hängten die Trensen in den nächsten Busch. Wie in einem Cowboy-Film... Manchmal kam man sich vor wie einer anderen Welt, so schön war es, so friedlich!
Teilweise waren die Wege nicht zu erkennen die wir ritten, es ging manchmal auf der einen Seite super steil bergab und dann wieder gerade, dann steil bergauf, durch Dickicht, Gebüsch, Canyons, den Fluss... Die Pferde sind einfach super trittsicher und vermitteln einem ein Gefühl von Sicherheit. Man muss sich nur auf seinen Vierbeiner verlassen und ihm nicht in Quere kommen. Die Pferde finden immer einen Weg rauf oder runter von den Bergen. Man muss seinen Kopf ausschalten und sich auf sein Pferd verlassen. Dann ist alles in Ordnung.
Es ist einfach eine atemberaubende Landschaft die hinter jedem Gebüsch, hinter jeder Ecke wieder anders aussieht. Man kann sich gar nicht satt sehen...
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Wir fanden an einem anderen Tag wieder Kühe, diese gehörten auch zur Ranch und wurden nach Hause getrieben. Es waren Kälbchen dabei und diese wurden am nächsten Morgen eingefangen, gebrannt, markiert und kastriert.
Am darauf folgenden Morgen wurden sie wieder zurück getrieben und auf dem Rückweg fanden wir den Bullen. 900 bis 1000 kg schwer und ein Prachtexemplar. Wir schafften es sogar in mit zur Ranch zu nehmen und das ist nicht ganz ungefährlich bei einem Bullen. Wir waren super Stolz und Grandpa war es auch, er erzählte seiner Frau abends davon und sparte nicht mit Lob über uns Greenhorns!
Wir ritten auch mal zu den beiden Silberminen die es dort noch gibt und sahen sie uns an. Wahnsinn. Wir warfen einen Stein in den Schacht und es dauerte 10 Sekunden bis er unten aufkam.
Tiere sahen wir dort natürlich viele: unter anderem hatten wir das Glück, eine kleine Wasserschlange zu sehen. Morgens beim Frühstück sah man viele kleine Eidechsen, diese fressen die Fliegen. Dann sahen wir eine Tarantel die von Carrol gerne im Garten "gehalte" werden, da sie die Skorpione fressen. Letzteren habe ich im Baby-Format gesehen. Dann gibt es dort viele Vögel, auch kleine die aussehen wie Kolibris, viele große Schmetterlinge etc. Es ist einfach eine wunderbare und atemberaubende Landschaft und Tierwelt.
Der Urlaub war schlichtweg super und wir hatten das große Glück in dieser einen Woche alles zu erleben, wo andere drei Wochen für brauchen und dann sehr wahrscheinlich immer noch was fehlt. Es war eine wunderschöne Woche und als wir abreisen mussten, standen mir die Tränen in den Augen. Diese Menschen waren so freundlich und warmherzig, sie haben uns so schnell und offenherzig in ihre kleine Familie aufgenommen, es war einfach toll!
Wir waren so begeistert, dass wir nächstes Jahr wieder hin fliegen und dann drei Wochen bleiben. Wir stehen jetzt noch in regelmäßigem Kontakt per E-Mail. Nach einem Urlaub habe ich noch nie so oft an die Menschen denken müssen, die ich dort kennen gelernt habe.
Man fühlte sich dort einfach wohl.
Es war ein unbeschreibliches, aber wahnsinnig tolles Erlebnis!!!
Und ich hatte Recht: Es war mein Traumurlaub ...
Melanie R., September 2006
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